Wie hilft man einem Igel durch den Winter?
Igel sind jetzt noch damit beschäftigt, genügend Nahrung zu sammeln, damit sie später gestärkt in den Winter gehen. Doch sobald die Temperaturen sinken, suchen sich die Igel einen Platz zum Überwintern. Ab November beginnen sie mit ihrem Winterschlaf, der bis etwa April/Mai dauert. Dieser Winterschlaf ist eine heikle Zeit für den Igel. Glücklicherweise können Sie selbst für einen igelfreundlichen Garten sorgen, um den Igeln bei der Vorbereitung ein wenig zu helfen!
Warum hält der Igel Winterschlaf?
Igel fressen hauptsächlich Insekten wie Würmer, Schnecken, Spinnen und Käfer. Auch weiches Obst und Samen sind beliebt, und wenn sich die Gelegenheit bietet, fressen sie sogar Kadaver von jungen Vögeln und jungen Mäusen. All diese Nahrungsquellen sind im Winter weniger reichlich verfügbar. Der Winterschlaf ist die ultimative Form der Energieeinsparung und eine echte Überlebenstaktik. Vor dem Winterschlaf versuchen sie, zusätzliche Energie zu speichern, wonach sie in den Ruhemodus schalten. Während des Winterschlafs verliert ein Igel fast 40 % seines Körpergewichts.
Was kann ich für den Igel tun?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Igel während dieses Prozesses zu unterstützen, um einen (weitestgehend) sorgenfreien Winterschlaf zu gewährleisten:
1. Futter anbieten
Siehst du jetzt noch einen Igel im Garten? Sorge dafür, dass du etwas zu fressen anbietest. Verwende hierfür Mehlwürmer oder speziell für Igel zusammengestelltes Igelfutter. Dieses enthält alle möglichen Nährstoffe, die der Igel gut gebrauchen kann. Kein Spezialfutter im Haus? Dann verwende Hunde- oder Katzenfutter.
2. Lass deinen Garten unaufgeräumt
Lebe dich nicht zu sehr im Garten aus, jetzt wo alle Blätter von den Bäumen fallen. Sollte es noch früher Herbst sein, kannst du das gefallene Laub zusammenharken und zum Beispiel in ein Beet oder eine ruhige Ecke des Gartens legen. Ist es schon recht kalt? Dann lass das „Durcheinander“ in Ruhe: Igel überwintern gerne zwischen gefallenem Laub, unter Zweigen oder zwischen Kompost.
3. Mach deinen Garten zugänglich
Durch Zäune wird es für Igel schwierig, sich von Garten zu Garten zu bewegen. Dadurch sind sie immer häufiger gezwungen, über die Straße auszuweichen, was zu Zusammenstößen führt. Sprich dich mit deinen Nachbarn ab und mache ein paar Löcher unten in den Zaun oder eine andere Umzäunung. Dies nennt man ein „Igel-Wegelchen“ oder eine Igelpforte. Indem man mehrere Gärten mit Hilfe von Igel-Wegelchen verbindet, entsteht eine Igelstraße. Dies ist sehr wichtig für die Igelpopulation, denn es erhöht die Chancen auf Nahrungssuche und sichere Plätze zum Überwintern.

4. Stelle ein Igelhaus in den Garten
Hast du wenig Bewuchs im Garten? Dann kann ein Igelhaus ein angenehmer Ort für den Igel sein, um den Winterschlaf zu verbringen. Stelle ein Igelhaus so früh wie möglich im Herbst auf, damit es für den Igel kein unbekanntes Terrain mehr ist. Wähle einen Platz, an den Hunde und Katzen nicht herankommen, und richte die Öffnung weg vom Norden oder Nordosten aus. Damit verhinderst du Zugluft im Igelhaus. Im Inneren des Igelhauses kannst du Heu, Stroh und trockenes Laub auslegen. Decke das Haus anschließend gut mit Laub oder Erde ab, damit es wie ein Teil deines Gartens wirkt. Lass das Igelhaus im Winter in Ruhe, damit du einen möglichen Bewohner nicht störst.
5. Behalte die Umgebung des Nestes im Auge
Siehst du ein Raubtier in der Nähe des Igelhauses? Versuche es zu vertreiben, ohne den Schlafplatz zu gefährden. Es kann auch sein, dass du während des Winterschlafs trotzdem einen Igel siehst. Es kann vorkommen, dass das Wetter relativ mild ist oder das Nest, das der Igel gefunden hat, nicht warm genug ist, weshalb sie sich fortbewegen. Auch dann kannst du etwas zusätzliches Futter in der Nähe des Igelhauses anbieten.
Siehst du einen verletzten oder kranken Igel? Nimm dann Kontakt mit einer Auffangstation auf. Du erkennst einen kranken Igel zum Beispiel an abnormalem Verhalten (keine Flucht, zeigt sich zu oft), Durchfall, Parasiten oder trüben Augen.








