Tauben: eine Plage oder fantastisch anzusehen?
Die Meinungen über Tauben gehen auseinander. Manche Menschen lieben Tauben, andere empfinden sie vor allem als sehr lästig. Es sind jedoch sehr interessante Vögel, die in unserem Land weit verbreitet sind. Vielleicht lässt dich etwas mehr Information über die Taube doch mit einem sympathischeren Blick auf diese Vogelart schauen. Wir haben auch einige Tipps, um Belästigungen durch Tauben zu vermeiden!
Taubenarten
In unserem Land gibt es mehrere Taubenarten. Die bekanntesten Arten sind die Straßentaube, die Ringeltaube und die Türkentaube. In Ihrem Garten werden Sie vor allem die Ringeltaube antreffen, gelegentlich auch ein Pärchen Türkentauben. Ringeltauben sind große Tauben, die im Erwachsenenalter ein weißes „Band“ am Hals und einen weißen Flügelstreifen haben. Es sind relativ ungeschickte Vögel, die manchmal etwas tollpatschig wirken. Man erkennt die Ringeltaube auch an ihrer Lautstärke. Sie streiten sich auch schon mal miteinander, besonders wenn ein Männchen um die Zuneigung eines Weibchens wirbt, das bereits an ein anderes Männchen gebunden ist. Auch das geht mit dem entsprechenden Lärm einher.
Die Ringeltaube kann eigentlich das ganze Jahr über brüten, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Das liegt größtenteils daran, dass sie nicht auf das Vorhandensein von Insekten angewiesen sind: In der ersten Woche füttern sie ihre Jungen mit sogenannter „Kropfmilch“. Dies ist eine Substanz aus dem Kropf der Taube. Sie finden Tauben überall im Land. Nur in baumlosen Landschaften trifft man sie nicht an.
Die Türkentaube ist erst seit Kurzem in unserem Land (seit den 1950er Jahren), breitet sich aber immer weiter aus. Die Türkentaube ist hell gefärbt, ein beiges Grau. Sie haben ein schwarz-weißes Nackenband und dunkelrote Augen. Zudem sieht man Türkentauben fast nie allein, sondern immer zu zweit. Auch diese Taubenart nutzt das Prinzip der Kropfmilch, und sie können bis zu 5 Bruten im Jahr haben (zwischen Mitte Februar und November).
Wo brüten Tauben?
Tauben bauen oft unordentliche Nester an hohen Stellen. Sie bauen nicht immer ein stabiles Nest, weshalb regelmäßig eine Brut verloren geht. Zum Beispiel, weil sie ihr Nest auf dünnen Zweigen oder instabilen Plätzen bauen. Die Nester sehen daher oft wirr aus. Taubenarten bauen fast nie ein Nest in einem Nistkasten, da sie im Allgemeinen keine Höhlenbrüter sind. Manchmal findet man ein Taubennest oben auf einem Nistkasten oder im Nistkasten eines Waldkauzes oder Turmfalken.
Warum haben Menschen einen Abscheu vor Tauben?
Sollten Sie selbst „Team Taube“ sein, können Sie sich vielleicht nicht vorstellen, warum manche Menschen Tauben nicht mögen. Ein großer Faktor ist der Lärm. So können Tauben laut mit den Flügeln klatschen und haben ein erkennbares Balzverhalten. Zudem machen sie sich gerne am Futtertisch bemerkbar und können sich schon mal an Ihrem gesamten Vorrat an Vogelfutter bedienen, wodurch wenig für kleine Gartenvögel wie Spatzen und Meisen übrig bleibt. Auch Taubenkot kann viel Ärger verursachen.
Und warum mögen Menschen Tauben gerade?
Es gibt jedoch genug Gründe, Tauben zu lieben. Die Taube hat nämlich etwas Romantisches. Sie ist einer der wenigen Vögel, die ihr ganzes Leben mit einem Partner verbringen. Die Männchen werben sehr anmutig um die Weibchen. Zudem sind Tauben sehr besonders, da sie die einzigen Vögel sind, die trinken können, ohne den Kopf heben zu müssen. Andere Vogelarten müssen dies tun, da sie das Wasser sonst nicht in den Hals laufen lassen können. Tauben sind auch sehr intelligent und werden nicht umsonst als Brieftauben und in Wettbewerben eingesetzt.
Tipps gegen Belästigungen
Das Fangen von Tauben oder das Entfernen eines Taubennestes ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Hierfür gilt nämlich ein offizielles Verbot. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Belästigung durch Tauben zu begrenzen:
- Möchten Sie andere Vögel in Ihrem Garten füttern? Wählen Sie dann einen praktischen Schutzsilo. Der Schutzkäfig sorgt dafür, dass die Tauben nicht an das Futter gelangen, während kleine Vögel das angebotene Vogelfutter genießen können.
- Lassen Sie keine Abfallreste im Garten liegen und räumen Sie heruntergefallenes Vogelfutter auf.
- Schützen Sie Ihren Gemüsegarten mit Netzen, damit Tauben Ihre Pflanzen nicht beschädigen können.
- Ein großer Plastikvogel kann andere Vögel, wie Tauben, abschrecken. Versetzen Sie den künstlichen Vogel regelmäßig.
- Reflektierende Gegenstände können Tauben ebenfalls verscheuchen. Denken Sie zum Beispiel an CDs oder Aluminiumfolie.
- Hilft das alles nichts? Lassen Sie sich dann von einem Experten für Schädlingsbekämpfung beraten.








