Die Misteldrossel
Die Misteldrossel
Diesen scheuen Vogel hört man schon früh im Jahr singen. Manchmal beginnt er sogar schon im Dezember damit. Dadurch wird er gelegentlich mit der singenden Amsel verwechselt. Der Gesang der Misteldrossel ist jedoch lauter und einfacher aufgebaut.
Die Misteldrossel hat ein überwiegend blassgraues Gefieder, insbesondere am Rücken, an den Schultern und an den Flügeln. Die Unterseite ist heller und mit auffälligen runden braunen Flecken bedeckt. Auch die Unterseite der Flügel ist hell gefärbt, was man besonders gut im Flug erkennen kann. Hals und Kehle sind ebenfalls hell. Typisch ist außerdem die aufrechte Körperhaltung. Mit einer Größe von etwa 27,5 Zentimetern gehört die Misteldrossel zu den größeren heimischen Singvögeln.
Wo lebt die Misteldrossel?
Die Misteldrossel ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie kommt sowohl in kälteren Regionen Skandinaviens als auch in wärmeren Gebieten rund um das Mittelmeer vor. Wichtig sind vor allem ausreichend Bäume, weshalb sie baumlose Landschaften weitgehend meidet.
Besonders wohl fühlt sich die Misteldrossel in Laubwäldern, an Waldrändern, in Parks und in Landschaften mit alten Bäumen. Häufig bevorzugt sie Gebiete in der Nähe von Wiesen und offenen Flächen, denn dort findet sie reichlich Nahrung.
Die Misteldrossel kann sowohl als Standvogel als auch als Zugvogel auftreten. Während manche Vögel ganzjährig in ihrem Brutgebiet bleiben, ziehen andere im Herbst in wärmere Regionen. Im Frühjahr kehren sie wieder in ihre Brutgebiete zurück.
Brutzeit der Misteldrossel
Die Brutzeit beginnt bereits im Frühjahr. Häufig zieht die Misteldrossel zwei Bruten pro Jahr auf. Ein Gelege besteht im Durchschnitt aus etwa vier Eiern. Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die Jungen.
Die Jungvögel bleiben anschließend etwa 12 bis 15 Tage im Nest. Danach verlassen sie das Nest, bleiben aber noch einige Zeit in der Nähe ihrer Eltern und werden weiterhin mit Nahrung versorgt.
Das Nest der Misteldrossel
Misteldrosseln bauen ihre Nester häufig in größerer Höhe in Bäumen. Dabei wählen sie einen geschützten Platz, der dennoch gut erreichbar ist. Das Nest besteht aus verschiedenen pflanzlichen Materialien wie Zweigen, Blättern und Moos. Mit Schlamm wird das Innere stabilisiert und zu einer festen Nestmulde geformt.
Da die Misteldrossel ihr Nest meist selbst in Bäumen baut, lässt sie sich durch einen klassischen Nistkasten nur schwer unterstützen. Ein naturnaher Garten mit ausreichend Bäumen, Sträuchern und natürlichen Nahrungsquellen ist daher hilfreicher.
Was frisst die Misteldrossel?
Im Frühjahr und Sommer ernährt sich die Misteldrossel vor allem von Regenwürmern und anderen Kleintieren. Auch Käfer und Schnecken gehören zu ihrem Nahrungsspektrum.
Bei der Suche nach Regenwürmern zeigt die Misteldrossel ein interessantes Verhalten: Sie hält den Kopf häufig schräg und beobachtet gleichzeitig aufmerksam ihre Umgebung. So kann sie nach Nahrung suchen und gleichzeitig mögliche Gefahren wie Greifvögel im Blick behalten.
Im Winter sind Insekten und Regenwürmer weniger leicht zu finden. Dann ernährt sich die Misteldrossel vermehrt von Beeren und Samen.
Die Misteldrossel im Garten
Wer eine Misteldrossel im Garten beobachten möchte, sollte möglichst natürliche Bedingungen schaffen. Bäume, Sträucher, Rasenflächen und Bereiche mit Laub bieten gute Möglichkeiten zur Nahrungssuche.
Im Sommer hilft es außerdem, den Rasen nicht zu häufig zu mähen. Dadurch bleiben mehr Insekten und Regenwürmer im Boden und die Misteldrossel findet leichter Nahrung.
Im Winter können Beeren und geeignetes Streufutter eine zusätzliche Nahrungsquelle darstellen. Da die Misteldrossel eher scheu ist, sucht sie häufig lieber am Boden und in geschützten Bereichen nach Nahrung, statt direkt an einem Futtertisch zu fressen.
Häufig gestellte Fragen zur Misteldrossel
Wie erkennt man eine Misteldrossel?
Typisch sind das blassgraue Gefieder, die helle Unterseite mit runden braunen Flecken und die aufrechte Körperhaltung. Mit etwa 27,5 Zentimetern ist sie zudem deutlich größer als viele andere heimische Singvögel.
Wann singt die Misteldrossel?
Die Misteldrossel beginnt bereits früh im Jahr mit ihrem Gesang. Unter günstigen Bedingungen kann sie sogar schon im Winter, teilweise ab Dezember, zu hören sein.
Was frisst die Misteldrossel?
Vor allem Regenwürmer, Käfer und Schnecken. Im Winter ergänzt sie ihren Speiseplan mit Beeren und Samen.
Kann man Misteldrosseln in den Garten locken?
Ja. Ein naturnaher Garten mit Bäumen, Sträuchern und Rasenflächen bietet gute Bedingungen. Wer den Rasen nicht zu häufig mäht, unterstützt außerdem das natürliche Nahrungsangebot.
Die Misteldrossel entdecken
Die Misteldrossel ist ein eher scheuer, aber beeindruckender Singvogel. Wer auf ihren frühen, kräftigen Gesang achtet und einen naturnahen Garten mit ausreichend Bäumen und natürlichen Nahrungsquellen bietet, hat gute Chancen, diesen besonderen Vogel zu beobachten.









